Wie funktioniert Wolt für Kund*innen, Partner(restaurants) und Kurier*innen – und Antworten auf weitere Fragen

In diesem Blogpost möchten wir einige häufig gestellte Fragen zur Wolt Plattform und zur Zusammenarbeit mit Partnerrestaurants, Kurier*innen und Kund*innen in Deutschland beantworten. Für Feedback und weitere Fragen kannst du dich jederzeit an comms@wolt.com wenden. 

  1. Warum wird Wolt als “Plattform” bezeichnet? 

Wolt ist eine Technologieplattform, die 1) Kund*innen, die Essen nach Hause oder ins Büro bestellen, 2) Restaurants, die Essen verkaufen, und 3) unsere Kurier*innen, die die Bestellungen ausliefern, zusammenbringt. Die 200-köpfigen Ingenieur-, Produkt- und Designteams von Wolt entwickeln die Technologieplattform, einschließlich der App für Kund*innen, Händler*innen und Kurier*innen und auch das Wolt Backend. Sie sorgen dafür, dass alle Prozesse für alle Beteiligten reibungslos und effizient verlaufen. Zudem bietet Wolt allen drei Nutzergruppen, die unsere Plattform verwenden, auch einen Support.

  1. Wie ist bei Wolt der Geldfluss geregelt? 

Wolt selbst hat zwei Einnahmequellen (aber wir verdienen deshalb nicht unbedingt Geld, da wir aktuell immer noch ein Verlustunternehmen sind): Einnahmen werden durch die Liefergebühr, die ein/e Kund*in bezahlt und durch die Lieferprovision generiert, die ein Restaurant an uns zahlt. 

Die Liefergebühren geben wir zu 100% an unsere Kurierpartner*innen weiter. Was vielen wahrscheinlich nicht bewusst ist: Von unseren gesamten Einnahmen aus der Händlerprovision geht mehr als die Hälfte an unsere Kurierpartner*innen. 

Damit sind die einzigen Einnahmen, die an Wolt gehen, weniger als die Hälfte unserer veranschlagten Restaurantprovisionen.

Von diesem Geld bezahlen wir unsere Büromieten in 23 Ländern und die Gehälter unserer 2.200 Büromitarbeiter. Wir zahlen für unsere Produktentwicklung und unser Design, für unsere Nutzerakquisekosten und für den Start von Wolt in neuen Städten, damit noch mehr Restaurants und Kurier*innen mit Wolt Geld verdienen können. Wir zahlen die Gehälter unserer Finanz-, Rechts-, Global Operations-, Analyse-, Personal-, Strategie- und Kommunikationsteams sowie der 22 Ingenieurteams, die wir beschäftigen. Wir zahlen für die Laptops und Telefone, die wir alle benutzen, und für Hunderte von Bildschirmen und Headsets, die unsere über 1.000 Support-Mitarbeiter verwenden. Wir zahlen die Transaktionskosten für all das Geld, das über die Wolt Plattform fließt, und für die Cloud-Service-Infrastruktur, auf der wir unsere Services betreiben. Und so weiter und so fort… 

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie wir uns das überhaupt alles leisten können, wenn wir nur weniger als die Hälfte unserer Händlerprovisionen einnehmen. Die Antwort ist: Eigentlich können wir es uns nicht leisten, zumindest noch nicht. Ganz im Gegenteil: bis jetzt sind wir noch ein mit Verlusten arbeitendes Unternehmen. Letztes Jahr haben wir weltweit rund 38 Millionen Euro verloren. 

  1. Wie hoch ist die Restaurantprovision? Könnt ihr die Provision etwas senken, um Restaurants während des Lockdowns zu unterstützen? 

Die Provisionssätze liegen in Deutschland zwischen 25 und 30% für Bestellungen, die ein Restaurant über Wolt erhält. Es ist wichtig zu wissen, dass Wolt sich als Geschäftspartner versteht, über den Restaurants zusätzliche Bestellungen bekommen und neue Kunden gewinnen können – Restaurants sollten nicht von Wolt Bestellungen abhängig sein, was allerdings in vielen Städten wegen der Corona-Pandemie und dem daraus resultierenden Lockdown leider zur Realität geworden ist. 

Wir sind uns darüber bewusst, dass Restaurants aktuell eine sehr schwierige Zeit durchleben und hoffen, wie die meisten von uns, dass wir die Pandemie bald hinter uns haben. Auch uns tut die daraus entstandene Situation schrecklich leid.  

Und obwohl wenn wir derzeit schwere Verluste einfahren, versuchen wir dennoch, unsere Partnerrestaurants in dieser Zeit zu unterstützen. In Deutschland allein kostet uns unser Restaurant-Supportpaket 600-800.000 Euro (Zeitraum von November-Januar). Es sieht folgendermaßen aus: 

  • 0% Provision bei Bestellungen zur Selbstabholung (wenn du bei Wolt bestellst und selbst abholst, gehen 100% der Einnahmen an das Restaurant) 
  • Wir geben 1,50 € für jede Lieferbestellung an die Restaurants zurück (dies entspricht in etwa einem 20-30%igen Rabatt auf die Provision, ist aber gerechter verteilt) 

Außerdem zahlen wir Gewinne häufiger an Restaurants aus, damit sie schneller an ihre Einnahmen kommen. Wenn ein Restaurant ein iPad über uns gekauft hat (unsere Partnerrestaurants benötigen ein iPad, um Wolt Bestellungen zu empfangen, und diese können entweder eigenständig oder über uns erworben werden), haben wir den Zahlungseinzug erstmal verschoben.

Es ergibt intuitiv Sinn, bei uns nach einer Senkung der Provision zu fragen, weil sich eine Provision so anhört, als käme sie bei einer Zahlung oder einem Betrag noch zusätzlich oben drauf. Für uns ist es allerdings buchstäblich unsere einzige Einnahmequelle. Als Unternehmen müssen wir sicherstellen, dass es uns auch langfristig geben wird, damit wir unseren Restaurants und Kurierpartner*innen auch in Zukunft Aufträge bescheren können.  

  1. Wie ist das Arbeitsverhältnis zwischen Wolt und den Kurier*innen? 

In Deutschland sind unsere Kurier*innen unsere Angestellten. Derzeit haben wir über 1.500 Mitarbeiter – und wir stellen laufend weitere ein.

  1. Verwendet Wolt einen Teil des Geldes, was es durch Investoren erhalten an, um Restaurants zu unterstützen? 

Ja, auf zweierlei Arten. Erstens: Indem wir weiterhin Auslieferungen anbieten, erzielen unsere Restaurants und Kurierpartner*innen durch Wolt Einnahmen. In den letzten 12 Monaten haben wir unseren Restaurant- und Kurierpartner*innen knapp eine Milliarde Euro gezahlt, 970 Millionen um genau zu sein. 

Zweitens: Ein Teil des Geldes, das wir eingenommen haben, geht über unser oben erwähntes Supportpaket an unsere Partnerrestaurants zurück. Allein in Deutschland hat uns das Unterstützungspaket, das wir im November ins Leben gerufen haben, bisher 600-800.000 Euro gekostet, und wir sind fest entschlossen, unsere Restaurants so lange wie möglich zu unterstützen. 

  1. Wie viel müssen die Kund*innen für die Wolt Services bezahlen?  

In Deutschland zahlt ein/e Kund*in 1,90 € für Bestellungen mit einem Lieferradius von 1 Kilometer. Für längere Lieferwege fällt ein Entfernungszuschlag an, der je nach Stadt variiert. Als Beispiel: In Berlin zahlt ein/e Kund*in für eine Lieferbestellung maximal 2,90 €.

  1. Kann Wolt von seinen Kund*innen höhere Gebühren verlangen, damit die Restaurants mehr Geld verdienen? 

Wolt gibt es mittlerweile seit fünf Jahren und in dieser Zeit haben wir viel über das richtige Verhältnis von Kundengebühren, Restaurantprovisionen und Kuriereinnahmen gelernt. Wenn wir die Gebühren für unsere Kund*innen erhöhen, besteht die Gefahr, dass sie dann weniger geneigt sind, über Wolt zu bestellen oder einfach nicht mehr so oft bestellen. Im Endeffekt bedeutet das dann weniger Einnahmen für die Restaurants und auch weniger Arbeit für unsere Kurier*innen. Daher möchten wir an dieser Stelle lieber kein Risiko bei den Kundengebühren eingehen.  

  1. Wie viel verdienen Wolt Kurier*innen? 

In Deutschland haben unsere Kurier*innen im November und Dezember 2020 durchschnittlich 12-14 € pro Stunde verdient.

  1. Wenn Wolt nicht profitabel ist, wie lange wird das Unternehmen den Betrieb dann noch aufrechterhalten können? 

Wolt ist weltweit gesehen ein verlustbringendes Unternehmen, auch wenn wir in unseren ersten Märkten profitabel sind. In diesem Sinne befinden wir uns also auf dem Weg zur Profitabilität, was letztlich ja auch das Ziel eines jeden Unternehmens ist. Wir verfolgen einen Plan, um den Betrieb auch in den nächsten Jahren aufrechtzuerhalten. 

  1. Wie viel Umsatz / Verlust hat Wolt in 2020 gemacht?  

Im Jahr 2019 haben wir 87,4 Millionen Euro Umsatz und 36,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Unsere vorläufigen Zahlen für 2020 belaufen sich auf 285 Millionen Euro Umsatz und 38 Millionen Euro Verlust.